Please use this identifier to cite or link to this item: http://dx.doi.org/10.23668/psycharchives.279
Title: Historische Wandlungen in der Einstellung zum kindlichen Zeichnen
Authors: Nikowa-Tögel, Ginka
Issue Date: 1987
Publisher: ZPID (Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation)
ZPID (Leibniz Institute for Psychology Information)
Abstract: Wandlungen in der Einstellung zum kindlichen Zeichnen im Lauf der Geschichte werden belegt. In der griechischen Antike seien zwei Wege der Ausbildung zeichnerischer Fertigkeiten nachzuweisen: Unterweisung der eigenen Kinder durch berühmte Maler oder Ausbildung in speziellen Malerschulen. Das gleiche Modell habe auch im Mittelalter gegolten, wofür Beispiele angeführt werden. Die damalige Art der Ausbildung sei rein praxisorientiert gewesen, erst durch J. J. Winckelmann und D. Diderot seien theoretisch fundierte allgemeinpädagogische Aspekte ins Spiel gekommen, was auch zur Einführung des Zeichnens als Unterrichtsfach geführt habe. Im 19. Jahrhundert habe man das Zeichnen allerdings eher als Einübung ins Schreiben aufgefasst, Kreativität sei nicht gefragt gewesen. Erst um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert hätten pädagogische Reformer (wie C. Ricci, G. Kerschensteiner, E. Meumann) kindgerechte Unterrichtsvorschläge auf der Basis empirischer Erhebungen unterbreitet. In entwicklungspsychologischer Hinsicht besonders bedeutsam sei das 1927 erschienene Buch "Le dessin enfantin" von G. H. Luquet gewesen, der eine Synthese zwischen zwei bis dahin gültigen, einander widersprechenden Lehrmeinungen (Kinderzeichnungen seien grundsätzlich realistisch versus Kinderzeichnungen seien Idealisierungen) gefunden habe. Die weitere Entwicklung bis zur Gegenwart habe sich vorwiegend in zwei Richtungen vollzogen: (1) Die zeichnerische Entwicklung des Kindes wird vor einem spezifischen theoretischen Hintergrund interpretiert (bei G. Mühle etwa der Phänomenologischen Psychologie). (2) Grafisches Gestalten im Kindesalter wird im Rahmen der Dialektik von Wahrnehmung und Produktion gesehen (so bei K. Staguhn).
URI: https://psycharchives.zpid.de/handle/20.500.12034/292
http://dx.doi.org/10.23668/psycharchives.279
Appears in Collections:Geschichte der Psychologie - Nachrichtenblatt

Files in This Item:
File Description SizeFormat 
403-1450-1-PB.pdf903,43 kBAdobe PDFThumbnail
View/Open


Items in DSpace are protected by copyright, with all rights reserved, unless otherwise indicated.