Please use this identifier to cite or link to this item: http://dx.doi.org/10.23668/psycharchives.275
Title: William (Wilhelm) Falconer's Bemerkungen über den Einfluß des Himmelsstrichs Eine umwelttheoretische Abhandlung mit geistesgeschichtlichem Kontext?
Authors: Stallmeister, Walter
Issue Date: 1987
Publisher: ZPID (Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation)
ZPID (Leibniz Institute for Psychology Information)
Abstract: Der Beitrag soll ein erster Versuch sein, ein vergessenes Buch des britischen Mediziners und Schriftstellers William Falconer (1741-1805) geistesgeschichtlich einzuordnen. Dieses im Jahre 1781 erschienene Buch ("Bemerkungen über den Einfluss des Himmelsstrichs auf den Menschen", im Original längerer Titel entsprechend den damaligen Gepflogenheiten) ist das erste Buch eines sechs Bücher umfassenden Werks, die alle von verschiedenen Einflüssen (u. a. Landesgröße, Lebensart, Nahrungsmittel) auf den Menschen handeln. Im ersten, hier darzustellenden Buch betrachtet Falconer von einem streng milieutheoretischen Gesichtspunkt aus nahezu ausschließlich die "Wirkung der Luft in Rücksicht auf ihre verschiedene Wärme" und ordnet den drei "Himmelsstrichen" (heiße, gemäßigte und kalte Klimazone) unterschiedliche Formen des "sittlichen Charakters" zu. So sei bei Bewohnern heißer Länder "die Summe der Laster vermehrt" (bedingt "durch die Stärke der Empfindungstätigkeit") im Vergleich zu den kalten Ländern, in denen es "vergleichsweise wenig und selten ganz unsittliche Begierden" gebe. In gemäßigten Ländern seien die Leidenschaften mittelmäßig stark. Das gleiche Beurteilungsschema verwendet Falconer auch für die zugehörigen Regierungsformen (Despotismus in heißen Ländern u. a. wegen Anstrengungsscheu und allgemeiner Sittenverderbnis sowie in kalten Ländern wegen der "Fühllosigkeit" der Bewohner, günstigere Gegebenheiten in den gemäßigten Ländern) und auf die Religionsvarianten (u. a. südeuropäischer Katholizismus als zur Sinnlichkeit neigende Religionsform). Aus den Ausführungen lässt sich folgern, dass Falconer die eigenen Umweltverhältnisse im nördlichen Europa, vor allem in England, für die förderlichsten hält. Insgesamt erweist er sich als stark der Aufklärung verhaftet (Hochschätzung von bürgerlicher Freiheit, Gewissensfreiheit in der Religion, Bemühung um wissenschaftliche Bewältigung des Stoffgebiets). Ideengeschichtliche Einflüsse bzw. Parallelen bei Zeitgenossen (C. L. Montesquieu, J. G. Herder) werden angesprochen.
URI: https://psycharchives.zpid.de/handle/20.500.12034/288
http://dx.doi.org/10.23668/psycharchives.275
Appears in Collections:Geschichte der Psychologie - Nachrichtenblatt

Files in This Item:
File Description SizeFormat 
406-1453-1-PB.pdf1,48 MBAdobe PDFThumbnail
View/Open


Items in DSpace are protected by copyright, with all rights reserved, unless otherwise indicated.