Please use this identifier to cite or link to this item: http://dx.doi.org/10.23668/psycharchives.471
Title: Wie kritisch war und ist qualitative Sozialforschung?
Authors: Vollmers, Burkhard
Issue Date: 1994
Publisher: ZPID (Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation)
ZPID (Leibniz Institute for Psychology Information)
Abstract: Aus psychologiegeschichtlicher Perspektive wird erörtert, ob und inwieweit qualitative Forschung als in der Geschichte der Sozialwissenschaften stets oppositionelle Richtung an sich kritisch ist. Die Biographien der qualitativ arbeitenden Berliner Gestaltpsychologen und die von Jean Piaget geben im Unterschied zu derjenigen Holzkamps kaum Hinweise auf politisch linke Haltungen. Qualitative Forschung kann nicht deswegen kritisch sein, weil derjenige, der qualitativ arbeitet, selbst kritisch ist. Das kritische Potential qualitativer Forschung wird deutlich, wenn man zwei Formen der Kritik unterscheidet. In ihrer exogenen Form meint Kritik Beurteilung oder Messung. An den Forschungsgegenstand wird dabei ein ihm äußerlicher Maßstab herangetragen. Bei der Beurteilung ist dieser ideell im Beurteilenden vorhanden, bei der Messung dagegen als Messinstrument externalisiert und damit intersubjektiv zugänglich. Demgegenüber kann man eine immanente Form der Kritik unterscheiden, bei der der Forschungsprozess, als Auseinandersetzung des Forschers mit seinem Forschungsgegenstand, in sich kritisch ist. Der zweite Kritikbegriff deckt sich mit demjenigen Piagets, und er hat ihn zur Konzipierung der "Kritischen Methode" in seinem Spätwerk bewegt.
URI: https://hdl.handle.net/20.500.12034/115
http://dx.doi.org/10.23668/psycharchives.471
Appears in Collections:Psychologie und Geschichte

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